Der fahrende Läufer

Denen, die den Blog und meine Position regelmäßig klicken, bin ich wohl seit gestern eine Erklärung schuldig. Gestartet bin ich am 2.7 ca. 1 Gehstunde vor Flatseter. Von dort aus dann abgestiegen nach Alvdal. Mein GPS-Standort am Abend zeigt aber Røros als Endpunkt des Tages an. Wie geht das denn? Aber alles schön der Reihe nach…

Die Tage in der Rondane waren anstrengend, der Nationalpark ist aber wunderschön! Nur das Wetter wollte zeitweise nicht so recht mitspielen. Dichter Nebel, Hagel und Regen standen auf dem Programm. Trotzdem habe ich die Tage genossen! Schlechtes Wetter bringt meine Laune nicht mehr so schnell auf den Tiefpunkt, wie es das vielleicht zu Beginn meiner Reise noch geschafft hat. So bin ich also in 3 Etappen von 7, 11 und 8 Stunden (Vinstra – Eldåbu – Flatseter – Alvdal) über und durch dieses eindrucksvolle Gebirge gewandert.

Sogar mein entzündetes Bein hat sich weniger beschwert, als ich es gedacht hatte. Besser ist es zwar nicht geworden, schlimmer aber auch nicht. Das Laufen auf Asphalt oder Forststraßen macht mir aber immer noch sehr zu schaffen, weshalb ich nach langem Überlegen entschieden habe auch die Strecke von Alvdal nach Haltdalen mit dem Auto zu überbrücken. Die Angst, dass die Entzündung wieder aufflammt ist einfach zu groß! Mit dem Gedanken ein kleines Stück der Reise zu fahren und dafür in den Norden zu gelangen kann ich mich besser anfreunden, als mit dem, dass ich stur die Straße laufe und dafür innerhalb der nächsten Tage abbrechen muss, weil das Bein nicht mehr weiter will. Ich könnte wetten, dass es der Bart ist, der diese neue Art der Vernunft und Weisheit mit sich bringt!

Also habe ich mich gestern, nachdem ich aus den Bergen ins Tal gekommen war, daran gemacht eine Mitfahrgelgenheit nach Røros zu finden. Nicht lange nachdem ich mich and die Straße gestellt hatte, hielt Arne mit seinem Lieferwagen an. Er wollte nach Røros, um etwas Ersteigertes abzuholen, und nahm mich freundlichweise mit. Nach der Fahrt war ich um ein sehr angenhmes Gespräch reicher und sogar eine Angel hat mir Arne geschenkt! Arne hat einen Bauernhof, war bei der Armee und 15 Jahre in der Finnmark stationert. Ohne eine Angel solle ich nicht dorthin. Und so werde ich mich jetzt wohl an den Abenden und in meinen Pausen wieder mehr an die Seen setzen!

Heute verbringe ich den Tag damit mir die wunderschöne Bergbaustadt Røros anzusehen. Schon seit der Planung meiner Tour wollte ich das Städtchen unbedingt sehen.

Morgen in der Früh werde ich dann versuchen nach Haltdalen zu trampen und von dort wieder weiter Richtung Norden laufen. Ab dort wird mich mein Weg fast ausschließlich durchs Fjell führen.

Ich denke ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Auch durch die Reaktionen auf meinen letzten Beitrag habe ich gemerkt, dass viele von euch sehr ähnlich denken. Das hat mich sehr gefreut.
Meine Vernunft hat sich gegen den sturen Kopf durchgesetzt. Das werde ich sicher nicht bereuen!

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